Adeola Olagunju

Born Throw Way!, 2020 – 2021
Videodokumentation der Multimedia-Installation, 8:25 min
Installation: Ein-Kanal-Video-Installation mit Ton, 2:22 min (Loop); Vier-Kanal-Sound-Installation, 14:50 min (Loop); Drucke auf Stoff, Hütte 300 x 300 x 300 cm; Foto-Prints 246 x 164 cm

Born Throw Way!

Born Throw Way! von Adeola Olagunju ist eine Multimedia-Installation mit Video, Fotografie, Sound und auf Stoff gedruckten Illustrationen. Dieses Projekt erforscht die Gemeinschaft der lose organisierten Straßenbanden in Lagos, Nigeria, bekannt als „area boys“. Indem Olagunju sich mit der Sub- und Gegenkultur auseinandersetzt, untersucht sie die symbolischen Annäherungen an den Menschen als Abfall und wie dem Sozialen eine Körperlichkeit zugeschrieben wird, so dass ein „Anderer“ als verschmutzend, verzichtbar und als „matter out of place“ oder als „Abject” dargestellt wird. Olagunjus Interesse liegt in der Interpretation der Selbst-Andere-Dimension von Interaktionen in der Stadt Lagos, wo die Gewalt der strukturellen Marginalisierung als positives Mittel der sozialen Reinigung gesehen wird.

 

Im Einzelnen untersucht Olagunju das tägliche Leben der „boys“, ihren generativen Gebrauch von selbst geschaffener Sprache zur Festigung, Verbreitung und Verstärkung ihrer ideologischen Interessen sowie die improvisierten und inoffiziellen Gebiete, die sie besetzen, und die Machtstrukturen, die ihr Ökosystem aufrechterhalten.

 

Die kollektive Identität der „area boys“ wird auch durch Stoffe und Kleidung erforscht, die in der Ideologie und der langjährigen Praxis des Yoruba-Volkes in Nigeria verwurzelt sind. Die Erstellung der Uniform für dieses Projekt war eine Gemeinschaftsarbeit zwischen Olagunju als Künstlerin und den Subjekten ihrer Arbeit. Olagunju entschied über den Stoff, die „boys“ wählten den Schneider aus und beeinflussten den Stil der angefertigten Kleidung. Dieser co-kreative Dialog bewahrt die persönliche Entscheidungsgewalt und Autorität der „area boys“ darüber, wie sie gesehen und präsentiert werden wollen.

 

Der Titel der Arbeit Born Throw Way! ist nigerianisches Pidgin-Englisch und bedeutet frei übersetzt: ein Kind, das geboren und weggeworfen wird; jemand, der von der Familie oder der gesellschaftlichen Struktur abgelehnt wird oder jemand, dessen Leben gegen die gängige Norm verstößt.

Vita

Rabia Caliskan

1987
geboren in Ilesa, Nigeria

 

seit 2018
Studium Photography Studies & Practice an der Folkwang Universität der Künste in Essen bei Professor Christopher Muller, Professorin Elke Seeger und Professorin Gisela Bullacher

 

2004 – 2009
Studium Fine and Applied Arts an der Ladoke University of Technology // Ogbomoso, Oyo State, Nigeria

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2021
„Forecast Festival 5th Edition“, Radial System // Berlin

 

„The Power of My Hands“, Musée d’Art Moderne // Paris, Frankreich

 

2019
„Streams of consciousness“, Biennale Africaine de la Photographie // Bamako, Mali

 

„City Prince/sses“, Palais de Tokyo // Paris, Frankreich

 

2014
„STOPOVER“, Museum Folkwang // Essen

 

PREISE UND STIPENDIEN (AUSWAHL)

2019
Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung // Berlin

 

2013
Young Art Support Award // Amsterdam, Niederlande

 

2012
Grand Prize, Lagos Photo Festival // Lagos, Portugal

Weitere Werke

Liminal Spaces, 2019
2-Kanal-Farb-Video-Installation, Sound, 03:30 min. (Loop)