Aleka Medina

Artikel 2. – Pflichten des Staates. Es ist die Pflicht des Staates, den Bewohnern der Republik Leben, Freiheit und Recht zu garantieren. Sicherheit. Den Frieden und die ganzheitliche Entwicklung des Menschen; 2019, Metalloberfläche mit Keramikstücken über schwarzer Tinte,
170 x 40 x 70 cm

ARTIKEL 2. – PFLICHTEN DES STAATES.

Es ist die Pflicht des Staates, den Einwohnern der Republik Leben, Freiheit und Gerechtigkeit zu garantieren. Sicherheit. Frieden und die ganzheitliche Entwicklung der Person.

Der Titel der Arbeit zitiert Artikel zwei der guatemaltekischen Verfassung, wonach der Staat die Verantwortung dafür übernehmen muss, seinen Einwohnern die grundlegenden menschlichen Lebensbedingungen zu bieten. Die Arbeit versucht, einen Mikrokosmos wie Guatemala City – dem Geburtsort der Künstlerin – zu schaffen und zeigt Szenen aus dem alltäglichen Leben im Chaos der Gewalt und einer vom Klassenkampf geprägten Gesellschaft.

 

Das Werk besteht aus etwa 200 handbemalten Keramikstücken, die auf unterschiedliche Weise angeordnet sind und als kleine Miniaturlandschaften Situationen der Gewalt darstellen. Jede der Figuren ist in schwarze Tinte getaucht, wodurch ein Spiegel entsteht, in dem die schwarzen und weißen Stücke kontrastieren.

 

Die langen Warteschlangen bis ins Nirgendwo spiegeln das stundenlange Warten auf Dienstleistungen wie Gesundheit, Bildung und Lebensmittel ebenso wider wie das menschliche Spektakel eines Lynchmords und anderer Ereignisse wie Demonstrationen, Militärparaden und christliche Mobilisierungen. Einige der Keramikstücke stehen nicht, sondern liegen. Sie stellen einen der wichtigsten und tragischsten Momente in der guatemaltekischen Geschichte dar: die Ermordung von 41 Mädchen durch denjenigen Staat, dessen Verfassung ihnen Leben, Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit, Frieden und ganzheitliche Entwicklung garantieren sollte.

 

In ihren Arbeiten beschäftigt sich die Künstlerin mit kulturellen und sozialen Ungleichheiten, mit Gewalt und staatlichem Versagen und betrachtet hierbei insbesondere die Rolle der Frau. Die Einfachheit der Materialien symbolisiert häufig Vergänglichkeit.
Aleka Medina

Vita

Aleka Medina

1989
geboren in Guatemala City, Guatemala

 

SEIT 2015
Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster bei Prof. Mariana Castillo Deball

 

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2021
„Rupture/Ruptura“, Latin American Studies Center // College Park, Maryland, USA

„bienal en resistencia“, CARTI (Central de Artivismo e Innovación) // Guatemala City, Guatemala

 

2019
„Living Temple – The creation of a ritual“, HilbertRaum // Berlin

 

 

PREISE UND STIPENDIEN (AUSWAHL)

2022
DAAD Studienabschluss-Stipendium // Münster

 

2019
Förderpreis der Freunde der Akademie // Münster

Weitere Werke

No soy restos, Ich bin nicht übrig geblieben, 2020
Guatemala, Video, 2:02 min

Teilnehmerinnen: Fernanda Montenegro, Maria Salazar, Amada Samayoa, Alejandra Méndez, Aurie Cano
Produktion: Leonel Campos 

No soy restos, Ich bin nicht übrig geblieben, 2020
Guatemala, Video, 2:02 min; Filmstills