Deniz Saridas

   
RSP1, 2020
HD-Video, 6:47 min, HD-Projektor, Sockel, fluoreszierende Acrylglasplatte, Sound

RSP1, 2020
Installationsansicht; Rundgang Kunstakademie Düsseldorf 2020
© Kai Werner Schmid

RSP1, 2020
Installationsansicht; Spiegelung der Projektion auf der gegenüberliegenden Seite
Rundgang Kunstakademie Düsseldorf 2020
© Kai Werner Schmid

RSP1

Den inhaltlichen Überbau von Deniz Saridas’ Videoarbeit RSP1 bilden die Themen Körper, Geist, Form und Identität. Seine Vorgehensweise ist wie folgt:

 

Er verlangsamt die (bereits vorhandene) Videoaufnahme einer im Nachtclub tanzenden Person auf 1 Prozent der ursprünglichen Geschwindigkeit. Das anschließend durch ein Interpolationsverfahren wieder beschleunigte und auf rotes, fluoreszierendes Acrylglas projizierte Video erlaubt keinen Rückschluss mehr auf das Aussehen, die Identität oder das Geschlecht der abgefilmten Person. Es scheint, als bewegte sich ein konturenloses Lichtwesen über die Bildfläche. Durch die spiegelnde Oberfläche des Acrylglases wird es in Form eines Lichtkegels wieder auf den Betrachter beziehungsweise als vergrößerte Projektion auf die gegenüberliegende Seite geworfen. So wandert es durch den Raum.

 

Die Original-Tonspur, die im Club aufgenommen wurde, hat der Künstler neu arrangiert und verlangsamt, sodass sie nicht mehr an ein klassisches Techno-Musikstück erinnert, sondern eher an tribale, okkulte, nicht genau einzuordnende Musik.

 

Wie diese Installation funktioniert, ist für den Betrachter auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Die Projektionsfläche scheint zunächst von hinten beleuchtet oder mit einer Flüssigkeit gefüllt zu sein. Der Beamer befindet sich jedoch im Inneren eines schwarzen Sockels und ist bewusst sehr nah vor die Projektionsfläche platziert.

 

Die Lichtverhältnisse im Raum sind für den Aufbau so gewählt, dass der Sockel für die meisten Besucher*innen zunächst nicht als Ursprung der Projektion identifizierbar ist, zumal die Spiegelung des Projektors auf der Projektionsfläche den Rückschluss auf eine Lichtquelle hinter der Projektionsfläche nahelegt.

 

In diesem Dialog zwischen Projektor und Projektionsfläche, Werk und Besucher*in thematisiert Deniz Saridas das Verhältnis von Ursprung und Ziel, Bild und Abbild sowie Subjekt und Objekt.

Vita

Deniz Saridas

© Hendrik Lohmann

1989
geboren in Düsseldorf

 

seit 2016
Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Gregor Schneider

 

2015 – 2016
Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster bei Prof. Tobias Hantmann und Prof’in Elke Nebel

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

 

2020
„VIDEO WORKS“, Künstlerisches Arbeiten im Medium des bewegten Bildes, KUBUS der Situation Kunst (für Max Imdahl) // Bochum

 

2019
„20190615/20190601 – Klasse Schneider & CAA“, Sanshang Museum of Contemporary Art // Hangzhou, China

„Deniz Saridas – ghosts“, Worringer Platz 5, Düsseldorf // Düsseldorf

 

2018
„Deniz Saridas zu Gast bei Rosi und Rudolf Dahmen“, Sammlung Dahmen // Düsseldorf


PREISE UND STIPENDIEN (AUSWAHL)


2020
Deutschlandstipendium // Düsseldorf

Weitere Werke

    
Ich liebe mein Leben, 2017
HD-Video 7:12 min, Sound

Filmstill; Ich liebe mein Leben,2017

   
STD, 2019
HD-Video 13:20 min, HD-Projektor, schwarze Plexiglasplatte, Sound

Filmstill; STD, 2019