Inga Barnick

Inga Barnick, parade ground, open space – [a review of Maidan], 2020, Full-HD-Video (3:16 und 1:08 min)

parade ground, open space – [a review of Maidan], 2020
Repros des Fotobuchs, Buchformat geschlossen, 294 x 204 cm

parade ground, open space – [a review of Maidan], 2020
Buchcover, 294 x 204 cm

parade ground, open space – [a review of Maidan]

parade ground, open space – [a review of Maidan] ist eine fotografische Untersuchung des Majdan Nesaleschnosti, des Unabhängigkeitsplatzes in Kiew, der in der Vergangenheit v. a. wegen der dortigen Proteste (Orange Revolution, Euromajdan) in den internationalen Medien präsent war. Das Erscheinungsbild und der Name des Ortes haben sich stets in Korrespondenz zur herrschenden Ordnung gewandelt.

 

Inga Barnick untersucht diesen Raum — wörtlich heißt „Majdan“: offener, freier Platz — vor dem Hintergrund gegenwärtiger Nutzung, Wahrnehmung und Gestaltung sowie historisch-politischer Ereignisse. Sie macht die Differenz zwischen der Bedeutung, dem Namen, der Erfahrung und der Konzeption des Platzes deutlich: Angelegt ist der Platz als visuelles Erlebnis. Baulich wurden Perspektiven und Ansichten so angelegt, dass der Betrachter den Platz auf eine bereits vorgegebene Art wahrnimmt und auch seine Erinnerungs-Fotos quasi nach Plan, an eigens hierfür angelegten Übersichtspunkten macht: Der Platz wurde für seine fotografische Reproduzierbarkeit gestaltet.

 

Der Name verspricht einen offenen, freien Platz, auf dem man sich trifft. Vor Ort ergibt sich jedoch ein anderer Eindruck: Eine breite, geschäftige Haupt- und Paradenstraße zerteilt den Platz, und zahlreiche dekorative Gestaltungselemente versperren die Sicht. Nicht-Orte offenbaren sich: Durchgänge, Untergrundpassagen, Café- und Fast-Food-Ketten. Quasi aus dem Untergrund erhebt sich eine Shopping Mall. Ein Platz im Sinne von Maidan – open space ist nicht vorhanden, vielmehr bedarf es immer des Gangs durch den Untergrund, um ihn zu passieren: Man kann ihn nicht über-, sondern nur unterqueren.

 

Die Arbeiten von Inga Barnick beschäftigen sich mit der Wahrnehmung, Nutzung und Gestaltung urbaner Raumgefüge. Dokumentarisch-konzeptuell, meist in Serie arbeitend, nutzt sie die Fotografie als visuelles Recherchemedium, das sie durch Textebenen erweitert. Einen Schwerpunkt ihres Werks bilden öffentliche Orte: Discounter, Shopping Malls, Funktionsräume, Durchgangspassagen und ihr materielles Erscheinungsbild stehen im Fokus und werden zur Bühne. Diesen Orten angepasst ist Barnicks nüchterne, aber durchleuchtende Bildsprache.

Vita

Inga Barnick

© Sebastian Wolf

1989
geboren in Hamburg

 

2016 – 2020
Studium Photography Studies and Practice an der Folkwang Universität der Künste in Essen, Abschluss: Master of Arts

 

2014 – 2015
Studium Printmaking an der Eugeniusz Geppert Academy of Art and Design in Breslau, Polen

 

2011 – 2016
Studium Kommunikationsdesign und Zeitbasierte Medien an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig, Abschluss: Bachelor of Arts

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2019
„always judging“, Galerie 52 // Essen

 

2018
„Aus der Form“, Galerie Hochschule der Bildenden Künste Saar // Saarbrücken

„Stopover / Zwischenhalt“, UG im Folkwang, Museum Folkwang // Essen

 

2017
„Das Unsichtbare Sichtbar / Blicke in die Asse“, Zehntspeicher des Westwendischen Kunstvereins // Gartow

 

2016
„Das regionale Gedächtnis“, Museum für Fotografie Braunschweig // Braunschweig


PREISE UND STIPENDIEN (AUSWAHL)

2017
Marianne Ingenwerth Projektstipendium // Essen

GFPS Sprachstipendium // Schlawa, Polen

 

2014 – 2015
Stipendium der Eugeniusz Geppert Academy of Art and Design in Breslau, Polen

Weitere Werke

aus der Serie „Brezelschicht“, 2018
Digitalfotografie, 50 x 70 cm

aus der Serie „untitled 7-22“, 2017
Digitalfotografie, 30 x 42 cm

Test 4