Jana Rippmann

Transmedial Trap, 2020
Installationsansichten; verschiedene Materialien, 400 x 500 cm
Fotografie: Jana Rippmann, Jáno Möckel

Transmedial Trap

Transmedial Trap ist eine vierteilige Installation mit Maßen von ca. 4 × 5 × 2 m. Sie lotet die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur aus und thematisiert die Bilderflut in sozialen Medien sowie deren sozialen und geistig-seelischen Einfluss auf unsere Gesellschaft.

 

Zwischen technisch fein ausgearbeiteten Skulpturen und Abgüssen industrieller Formen entdeckt der Betrachter eigentümliche Hybride, die den Bildwelten des Instagram-Feeds von Jana Rippmann entnommen und also algorithmisch determiniert sind. Die Künstlerin kann nicht sagen, ob sie bestimmte Themen aus Eigeninitiative gesucht oder ob sie diese aus algorithmisch ermittelter Vorbestimmtheit erhalten hat. Auch stellt sich die Frage, inwiefern die scheinbar intrinsisch motivierte Suche nicht selbst wiederum von vorherigen Posts inspiriert ist. Initialsuche und Algorithmus werden hier also vermischt und der Ursprung somit verwischt.

 

Allerdings will Jana Rippmann nicht die Tücken der sogenannten präemptiven Persönlichkeit kritisieren, die immer nur will, was Algorithmen ihr anbieten, sondern diese als Ausgangspunkt für ihre Installation nutzen – als Material, um eine neue künstlerisch-bildhauerische Möglichkeit zu entfalten. So entstehen Skulpturen und Wandarbeiten aus Gips, Ton, Papier, Bauschaum, Jute und Styropor, die sich jeweils auf ihre ganz eigene Art und Weise im Raum ausdehnen und spielerisch miteinander interagieren. Für den Betrachter entstehen Brüche, neue Zusammenschlüsse und Bildwelten, die er nach und nach entdecken kann. Assemblagen, Stoffbahnen, Papierausschnitte und skulpturale Akkumulationen bilden neue Zusammenhänge. Durch den Versuch einer Übertragung der zweidimensionalen Bilder in den Raum verschieben und verzerren sich die (Größen-)Verhältnisse in teilweise grotesker Weise.

 

Zwischen Bruchstücken, abstrakten Bildverhältnissen und liebevoll ausgewählten Objekten erlebt der Betrachter eine Bilderwelt, die von der Suche nach Identität, aber auch vom tagtäglichen digitalen „Fußabdruck“ in einer mehr und mehr gespeicherten und dokumentierten Datenwelt erzählt.

Vita

Jana Rippmann

1994
geboren in Hamburg

 

2014 – 2020
Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster bei Prof.'in Suchan Kinoshita.

 

2018 – 2019
Auslands-Studium der Freien Kunst an der École de Recherche Graphique, Brüssel, Belgien

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2019
„Peeling hard boiled eggs“, Rooom // Düsseldorf

Material Girl - Maison Pilgrimshuis, Brussels, Belgium

 

2018
„Ciao!“, Strizzi // Köln

 

2017

„Material moment“, Kunstakademie Münster // Münster

„NeverMindExploring“, Kunstverein Hamm // Hamm

Förderpreis-Ausstellung der Kunstakademie Münster // Münster

 

PREISE UND STIPENDIEN (AUSWAHL)

2017
Stipendium Cité Internationale des Arts // Paris, Frankreich

Weitere Werke

Material moment, 2020

Installationsansichten (Kunstakademie Münster); Mixed Media, Größe variabel

Did you also see it coming/moving?, 2016
Installationsansichten; Ton, Schnur, Acrylfarbe, Klebeband