Kai Borsutzky

Return to Lake Placid, 2019
Installationsansichten; verschiedene miteinander verbundene Malereien, Leuchtkästen, Keramiken, Gipsobjekte, Pflanzen, LED-Röhren, Möbelteile, Größe flexibel

Return to Lake Placid

Return to Lake Placid ist eine Installation aus mehreren Einzelarbeiten unterschiedlicher Größen, die zusammen einen fiktiven Erinnerungsort bilden. Das Thema der Erinnerung spielt also eine zentrale Rolle, wobei Aufbau und Zusammensetzung der Arbeiten an bestimmte Funktionsweisen unseres Gedächtnisses angelehnt sind. Kai Borsutzky erklärt: „Wenn wir uns an etwas erinnern, dann erinnern wir uns meist an mehrere verschiedenartige Aspekte einer Sache und nur selten an bloß eine, isolierte Eigenschaft. Erinnerungen sind multisensuell: Sie können zum Beispiel nicht nur Seheindrücke, sondern genauso Gerüche und Gefühle umfassen. Gleichzeitig ist das Gedächtnis unzuverlässig, denn viele Erinnerungen sind verfälscht oder nur bruchstückhaft vorhanden und müssen rekonstruiert oder ergänzt werden.“

Das Thema der Gedankenlücken bzw. der aus dem Gedächtnis ausgelöschten Erinnerungen taucht innerhalb der Installation von Kai Borsutzky immer wieder auf. Das, was auf den ersten Blick wie abstrakte, helle Zeichnungen in den Leuchtkästen anmutet, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als aus dem Bild herausgekratzte und somit quasi ausgelöschte Teile. Der Betrachter kann sogar noch Spuren dieses Verfahrens in Form von kleinen Partikeln der entfernten Fotografie-Teile entdecken.

Die Installation Return to Lake Placid verbindet abstrakte und konkrete Formen miteinander, zeigt diffuses Licht neben Fotografien und Gipsobjekten, Malereien und Tonarbeiten, wobei die einzelnen Objekte immer miteinander in Verbindung stehen. So teilen sich zwei Bilder einen Rahmen, Malereien werden durch LED-Röhren miteinander verbunden, und auch Kabel werden als Verbindungsstücke eingesetzt. Zudem finden sich auch visuelle Verwandtschaften und Querverweise zwischen den einzelnen Arbeiten. Die Kabel ähneln den weißen Zeichnungen in den Leuchtkästen und sind wie Linien auf dem Boden angeordnet. Pflanzen tauchen in der Installation immer wieder auf – sowohl als einzelne Objekte als auch als Abbildungen innerhalb der Fotografien. Formen und Materialien wiederholen sich kontinuierlich, sodass ein Netzwerk entsteht, innerhalb dessen alles untrennbar miteinander verbunden ist. Es entsteht eine Art Erinnerungsort, der in seiner Struktur dem menschlichen Gehirn ähnlich ist.

Vita

Kai Borsutzky

1987

geboren in Essen

 

2013 – 2019

Studium Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf, Abschluss: Akademiebrief

Meisterschüler von Professorin Ellen Gallagher

 

2009 – 2015
Studium Kommunikationsdesign an der Folkwang Universität der Künste in Essen

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2020

„In Order of Appearance“, K21 // Düsseldorf

„Drink Liquid“, Kunsthaus Essen // Essen

 

2019
„Return to Lake Placid“, Rundgang Kunstakademie Düsseldorf // Düsseldorf

 

 

Weitere Werke

S.NO. 311 ELAR, 2020
Installationsansichten; Abgeschabter Inkjetprint auf Backlightfilm in Leuchtkasten, Sprayfarbe, Keramik, Kabel, ca. 140 x 200 x 18 cm

Drink Liquid, 2020
Installationsansichten; Leuchtkästen, Keramiken, Ölmalereien
Größe Variabel