Magdalena Schwitzer

Ouroboros, 2020
Stahl, Leder, Zeichnung, Bomberjacke, Stiefel, Schaukasten,
350 x 400 x 150 cm; Installationsansichten

Ouroboros

Die Arbeit Ouroboros beschäftigt sich anhand von symbolisch aufgeladenen Gesten und Objekten mit dem Begriff des Kreislaufs und der philosophisch geprägten Idee der ewigen Wiederkunft, derzufolge sich alle Ereignisse unendlich oft wiederholen. In der alchemistischen Symbolik stellt der sogenannte Ouroboros dies dar: Eine Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt und so einen Kreis bildet, symbolisiert einen in sich geschlossenen Kreislauf. Der Idee zufolge besteht außerhalb des Ouroboros nichts, weder Zeit noch Raum. Allem Zukünftigen beißt das Vergangene in den Schwanz.

 

Magdalena Schwitzers Installation enthält unter anderem auch zwei in einem Schaukasten präsentierte Zeichnungen, welche wie Wegpfeiler durch die Installation leiten und für die Erzählung relevante Fixpunkte abstecken. Auch leiten sie das Aufscheinen des Heiligen im Profanen ein. Im Zentrum der Installation befinden sich zwei Hasenharnische, um welche sich die ganze Installation aufbaut. Sie verweisen auf den Hasen als Symbol von Auferstehung und Wiedergeburt und damit als Vermittler zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Gleichzeitig manifestieren die Stiefel die Spuren der unendlichen Wiederholung.

 

Ein weiterer Part der Installation ist der Schellengürtel „Loops and Ends“. Er stellt eine Neuinterpretation des im Tiroler Brauchtum nur von männlichen Schauspielern verwendeten Kleidungsstücks dar. Er hinterfragt die Identitätssuche durch das historische Wiedererleben in kulturellen Bräuchen und deren Rolle im digitalen Zeitalter. Mit der Aufschrift „Loops and Ends“ spielt er auf die immer wieder neue Manifestierung von Fixpunkten im Chaos an, welche durch den Schellenschlag entschieden werden.

 

Die Installation versucht sich an einer gestenhaften Zusammensetzung aus Relikten, welche gleichzeitig die Negativräume andeuten oder umrahmen. Sie setzt sich mit metaphysischen, folkloristischen und historischen Ereignissen auseinander und spielt mit der Darstellung von Bewegung und Zeit in der kollagenartigen Zusammensetzung symbolisch aufgeladener Objekte.

Die Betrachtenden befinden sich in der Situation, die Idee des Gegenstandes als Gefäß einer außerhalb seiner selbst liegenden Kraft zu deuten, um sie so von der Umgebung zu unterscheiden.

Vita

Rabia Caliskan

1996
geboren in Innsbruck, Österreich

 

seit 2017
Studium der Freien Kunst mit Schwerpunkt auf Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Professorin Franka Hörnschemeyer

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2020
„I get prettier every time the Man disappoints me“, reinraum e. V. // Düsseldorf

 

„Rundgang Klasse Hörnschemeyer“, Kunstakademie Düsseldorf // Düsseldorf

 

2019
„Rundgang Klasse Hörnschemeyer“, Kunstakademie Düsseldorf // Düsseldorf

 

„parallel worlds“, Herr Nilsson, Initiativenhaus Martinstraße 58 e. V. // Düsseldorf

 

„Massephase“, Sprink // Düsseldorf

 

PREISE UND STIPENDIEN (AUSWAHL)

2020
Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes // Bonn

Weitere Werke

Secret Safety Space 1, 2019
Stahl, gebrauchte Männerlederjacken, Lautsprecher,
325 x 280 x 250 cm; Installationsansicht

No Future No Fear, 2021
Stahl, Plexiglas, Zeichnung, PVC, Lederjacke, Plastikhaare, Silikon,
400 x 510 x 400 cm; Installationsansicht

Burn Baby Burn, 2019
Stahl, Lack, bedruckter Stoff, Stiefel, PVC, 250 x 100 x 80 cm; Installationsansicht