Mira Mann

Wild and Wanton, 2020
Videodokumentation der Performance, September 2020, Simultanhalle Köln, 10 min

Wild and Wanton

Die Performance Wild and Wanton erzählt auf dem Gelände eines Ponyhofes in Köln-Chorweiler eine Geschichte interspezieller Missverständnisse: Während die Figur namens Me (Brigitte Huezo und Mira Mann) von ihrer Verwandlung in ein Pferd träumt, versucht der namenlose Therapeut oder Pferdeausbilder (Piet Hume) blind Ansätze der Tiefenpsychologie anzuwenden und historische sowie literaturwissenschaftliche Erklärungen der Leidenschaft mancher Menschen für Pferde darzulegen.

 

Die ortsspezifisch konzipierte Performance ist auf der Grundlage eines Workshops mit den Kindern des Ponyhofes zu Wunschbildern, Fantasievorstellungen und Narrativen der Reiterfigur entstanden und thematisiert die normativen Genderrollen in Bezug auf das Bild des heutigen „Pferdemädchens“, die konstruierten Grenzen zwischen „Natur“ und „Kultur“, Realität und Fiktion sowie die Macht der Namen, Arten, Kategorien und Bilder, die unser Zusammenleben und die Interaktion mit der Umwelt prägen.

 

„my name is me,

my name is two words,

my name is one line,

my name is culture,

is heritage,

inherited from strangers.

my name is a nation

or several at the same time.

 

carpenter is a name,

yang is a name,

artist is a name,

girl is a name,

freedom is a name,

soft is a name,

love is a name,

marriage is a name,

words are names

and names are words.

 

it is cruel to name.

you

and them

and her

and him,

this and this

and this

and this.

 

a name is a border,

a delineation –

and liberating to name yourself at the same time.“

 

 

Performende: Jamila Doujali, Brigitte Huezo, Piet Hume, Mira Mann; Skript, Regie, Szenografie, Kostüm: Mira Mann; Kamera, Schnitt: Nathan Ishar; kuratiert von: Simultanhalle Köln, September 2020

Vita

Rabia Caliskan

© Lorenz Obermeier

1993
geboren in Frankfurt am Main

 

2016 – 2021
Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Professorin Dominique Gonzalez-Foerster; Meisterschülerin (2021); Abschluss: Diplom

 

2014 – 2016
Studium der Germanistik / Lehramt Kunst an der Technischen Universität Dortmund; Abschluss: B.A.

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2021
„taking my thoughts for a walk“, Urbane Künste Ruhr & Kunstverein Dortmund // Dortmund

 

2020
„Wild and Wanton“, Simultanhalle Köln // Köln

 

2019
„Shelter of Tales“, Kunsthalle Osnabrück // Osnabrück

 

2018
„Von fremden Ländern in eigenen Städten“, MAP Markus Ambach Projekte // Düsseldorf

 

„ceremony now“, Tanzhaus NRW // Düsseldorf

 

PREISE UND STIPENDIEN (AUSWAHL)

2021
dHCS Stipendium, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen // Düsseldorf

 

2019
Sparkassenpreis, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen // Düsseldorf

 

2017
RuhrResidence, Reisestipendium KunstVereineRuhr // Dortmund

 

2013
Stipendium Studienstiftung des deutschen Volkes // Bonn

Weitere Werke

Circus Temper, 2020
zwei Podeste für Mensch und Pferd, gebranntes Holz, 100 x 65 cm,
70 x 45 cm; Installationsansicht Simultanhalle Köln, 2020
© Foto: Lorenz Obermeier

ADA (running for office), 2021
digitale Zeichnung, Vorlage für die Poster-Edition

ADA (running for office), 2021
digitale Zeichnung, Poster-Edition, 54 x 69 cm; Installationsansicht Kunstverein Dortmund / Urbane Künste

Laura, 2020
Inkjet-Print, Plakatwand, 356 x 252 cm; Installationsansicht Simultanhalle Köln, 2020
© Fotos: Lorenz Obermeier