Rabia Caliskan

 

Kirschen sind besonders schlimm, 2020
HD-Video, 16:33 min

Kirschen sind besonders schlimm

Rabia Caliskan erzählt in ihrer Video-Performance die Geschichte einer fiktiven Person, die sich nach einem Arztbesuch Gedanken über ihre Gesundheit und ihr Leben macht. Die Künstlerin lädt die Zuschauer*innen ein zu erleben, wie sich die Geschichte während der fast beiläufigen Erzählung entfaltet, wie die Gedanken einen Körper bekommen.

 

Am Anfang der Erzählung steht der Wunsch der fiktiven Person, Organe zu spenden, damit vielleicht ein Leben gerettet werden könne. Der Arzt verbietet dies allerdings: Wegen ihrer ungesunden Lebensweise seien die Organe der Person für eine Spende leider unbrauchbar, ihr Körper müsse nach dem Tod auf den Müll geworfen werden. Während der Erzählung beginnen die Gedanken der Protagonistin zu kreisen: Sie reflektiert frühere Missverständnisse, Selbstzweifel und Beziehungen und erkennt in diesen die Ursachen des schlechten Zustands ihres Körpers.

 

Grundlage der Erzählung ist ein Text, den die Protagonistin immer in den Händen hält. Sie improvisiert und interpretiert das Geschriebene während des Spiels neu und lässt so das fiktive Gespräch mit dem Betrachter entstehen.   

 

Als Setting der Video-Performance hat Rabia Caliskan die Fensterbank einer Wohnung ausgewählt. Am offenen Fenster, halb drinnen, halb draußen sitzend, erzählt sie Geschichten vom Tod, während im Hof die Vögel zwitschern.

 

Rabia Caliskans Arbeit kreist um die Themen Tod, Körper, Konsum und Arbeit: Was tun wir mit unserem Körper für die Arbeit, der Arbeit wegen? Wie sehen wir uns und wie die Außenwelt?

Vita

Rabia Caliskan

1995
geboren in Herdecke

 

seit 2016
Studium Lehramt Kunst an der Kunstakademie Münster bei Prof. Aernout Mik

 

2014 – 2016
Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Künste in Bremen

 

2013 – 2014
Bundesfreiwilligendienst Kultur bei Theater & Philharmonie Thüringen

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2019
„Public Matters“, LWL Museum // Münster

„Das queerfeministische ,Wir?‘“, Filmfestival Münster // Münster

 

2018
„WRECKLINGHAUSEN“, Theater im Pumpenhaus // Münster

 

2016
„FLATLANDS“, GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst // Bremen

 

2015
„Zeitfenster“, Domshof // Bremen

Weitere Werke

Zwieback und Stahl, 2018
Abfotografierte Seiten aus: Buch (Unikat), Foto und Text

Willi, 2019
Filmstills; HD-Video, 17:01 min, mit Lukas Vogelsang