Robin Neumann

Werkgruppe Bildmodelle
Ohne Titel, 2019 – 2021
Ölfarbe und Fotokopie collagiert auf Leinwand, 110 x 150 cm

Ecke, 2019 – 2021
Fotokopie und Kleister auf Wand, 200 x 200 x 200 cm

Schaukasten, 135 x 110 x 6 cm
found object

Bildmodelle (Werkgruppe)

Die Werkgruppe Bildmodelle versucht mithilfe der Zerlegung, Reorganisation und Schaffung neuer Kontexte der Konstitution von Räumlichkeit auf den Grund zu gehen. Darüber hinaus fragen die Arbeiten nach dem Unterschied zwischen Original, Kopie und künstlerischem Werk.

 

In der ersten Arbeit Ohne Titel wird durch die Zerlegung von Fotografien, in Verbindung mit Malerei, eine neue Szene konstruiert – das Vexierbild eines neuen Bildraums. Als Material für die Collage dienen die Fotografien von William Egglestone Blue Ceiling, Jeff Wall Insomnia sowie Thomas Demand Büro. Ähnlich wie man sich im digitalen Raum fremdes Bildmaterial frei aneignen und es vervielfältigen kann, reißt die Arbeit diese Kunstwerke aus ihrem ursprünglichen Kontext, montiert sie neu und transformiert sie somit.

 

Im Werk Ecke werden das Bild sowie dessen Begrenzung auf eine feste Größe aufgebrochen, indem es sich als abgerissene Fetzen über eine Raumecke hinaus bis auf den Boden davor ausbreitet. Das eigentliche Foto ist kaum noch zu entschlüsseln und wird seiner ursprünglichen Aussagekraft beraubt. Die Abbildung dieses brutalen Moments gegenüber dem Ausgangsbild verhandelt die Frage, ob die Installation vor Ort oder deren digitale Abbildung das eigentliche Kunstwerk darstellt. Letztere würde die Decollage schlussendlich wieder in ein rechteckiges Format und eine Zweidimensionalität zurückführen. Die voranschreitende Digitalisierung erfordert eine neue Befragung der physischen und materiellen Bedingtheit eines Kunstwerks in ihrer Produktion, Präsentation und Rezeption.

 

Bei Schaukasten handelt es sich um ein „objet trouvé“. Das gefundene Objekt rahmt seine eigene Rückwand ein. Diese ist durch Klebereste sowie starke Gebrauchsspuren gezeichnet und erinnert an eine informelle Malerei. Der großformatige Schaukasten besitzt eine räumliche Tiefe und zieht durch seine Spiegelung auch den Umraum in sich hinein.

 

Die Werkgruppe Bildmodelle als Ganzes verhandelt eine Transformation des Raumes im permanenten Wechselspiel zwischen tatsächlicher Räumlichkeit und deren Nachahmung im zweidimensionalen Bild. Während die erste Arbeit auf der zweidimensionalen Leinwand Räumlichkeit simuliert, eignet sich die zweite Arbeit den tatsächlichen, dreidimensionalen Raum an. Die dritte Arbeit verbindet den zweidimensionalen mit dem dreidimensionalen Raum, da sie nicht nur ein Bild zeigt, sondern als Schaukasten zugleich auch einen kleinen Raum einschließt.

Vita

Rabia Caliskan

1994
geboren in Lich

 

seit 2019
Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster bei Professorin Suchan Kinoshita

 

2018 – 2019
Studium der Freien Kunst – Orientierungsbereich an der Kunstakademie Münster bei Professor Tobias Hantmann

 

2013 – 2018
Studium der Kunst, Mathematik und Bildungswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Abschluss: 1. Staatsexamen

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2020
„Nothing stays as before“, Cultuurcentrum Strombeek Grimbergen // Grimbergen, Belgien

 

„Innen“, Gotlandmuseum // Visby, Schweden

 

„crying in a spotlight“, Off-Space ponta // Münster

 

2019
„Contemporary Art Connection“, Bezirksregierung Münster // Münster

 

„Was macht die Kunst?“, KiZ – Kultur im Zentrum // Gießen

 

PREISE UND STIPENDIEN (AUSWAHL)

2020
Gotland-Stipendium, Landschaftsverband Westfalen-Lippe // Visby, Schweden

 

2015
Atelier-Stipendium, Justus-Liebig-Universität // Gießen

 

Weitere Werke

Ohne Titel, 2019
Gouache und Graphitstift auf Leinwand, 110 x 70 cm

Ohne Titel, 2019
Acryl- und Ölfarbe und Fotokopie auf Leinwand, 130 x 160 cm

Ohne Titel, 2020
Fotokopie auf Wand und MDF-Platte, 250 x 160 cm
 

Ohne Titel, 2020
Ölfarbe, Fotokopie auf Wand und MDF-Platte, 250 x 160 cm;
Installationsansicht