Ruth Magers

Ich bin mein Versteck, 2021
Holz, Nesselstoff, 350 x 250 x 240 cm; Installationsansicht
© Fotos: Julius Barghop

Ich bin mein Versteck

Die Installation Ich bin mein Versteck von Ruth Magers ist eine Auseinandersetzung mit dem Verlust des eigenen Elternhauses. Sie stellt die Frage nach der Bedeutung von Räumlichkeit als Integrationsmacht für Gedanken, Erinnerungen und Träume des Menschen. Dabei teilt sich das Haus in zweierlei: den mathematischen Raum und den erlebten Raum. Während der mathematische Raum den strikten Messungen des Geometers unterliegt, ist der erlebte Raum stets an den in ihm lebenden Menschen gebunden, wird durch ihn bestimmt und verändert sich mit ihm. In dieser doppelten Bestimmung des Hauses sucht Ruth Magers nach der Wurzel ihrer Anhänglichkeit an einen vergangenen Ort und rückt dabei das Versteck ihrer Kindheit ins Zentrum ihrer künstlerischen Untersuchung.

 

Die Künstlerin schreibt: „Wenn man weiß, dass dem, was man besitzt, eine Vergangenheit bevorsteht, dann wird aus etwas Selbstverständlichem etwas, das bald nicht mehr ist, und das macht es einem unmöglich, es so zu betrachten, wie man es gewohnt war. Bei mir war es so, dass ich anfing, mich zu erinnern, und das in einer Intensität, die es mir schwermachte, an irgendeinem anderen Ort zu sein als in diesem Haus. Ich wachte auf und erinnerte mich. Ich ging die Treppe hinunter und erinnerte mich. Ich saß in der Küche und erinnerte mich. Es war schmerzhaft, aber ich glaube, dass ich diese beiden Verluste (Anm. d. Red.: Verlust des Elternhauses und Tod des Vaters), die ich erlitt, dadurch besser verarbeiten konnte; dass ich meine Kindheit, meine Jugend und mein Erwachsensein, die allesamt an diesem Ort und vor den Augen meines Vaters stattgefunden hatten, verarbeiten konnte. Nicht irgendwo, sondern an dem Ort, den mein Vater und ich teilten. An dem Ort, an dem ich laufen lernte, sprechen lernte und lernte, was es bedeutet, ein Zuhause zu haben.“

Vita

Rabia Caliskan

© Luzie Marquardt

1996
geboren in Bonn

 

2015 – 2021
Studium der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste in Essen bei Professorin Elke Seeger und Professor Christopher Muller

 

seit 2020
Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2020
„A List of Distractions“, Ausstellung des Fachbereichs Gestaltung der Folkwang Universität der Künste Essen, Campus Welterbe Zollverein // Essen

 

„Solid State“, Galerie 52 // Essen

 

2019
„Open Studio“, Ausstellungsraum Gerlingstraße // Essen

 

„Pen Pal Photography“, Pacific Northwest College of Art // Portland, USA

 

PREISE UND STIPENDIEN (AUSWAHL)

2019
Exzellenzstipendium der Marianne-Ingenwerth-Stiftung // Essen

Weitere Werke

Set adrift on Memory Bliss, 2019
Buch, 188 Seiten, 19,7 x 29,7 cm

Solid State, 2021
Holz, C-Prints, Inkjet-, Laserprints, teilweise gerahmt, verschiedene Größen; Installationsansicht
© Fotos: Julius Barghop