Veronika Simmering

Egoshooter, 2020
Videospiel

 

Hier können Sie den Egoshooter spielen

 

Die Fortbewegung funktioniert mit den Tasten WASD oder den Pfeiltasten. Mit der Maus bestimmt man Blick und Bewegungsrichtung.

Egoshooter

Veronika Simmering geht in ihrer künstlerischen Arbeitsweise von Absurditäten im Alltäglichen aus, die ein spezifisches Kunstempfinden in ihr auslösen. Wenn etwas ihre Aufmerksamkeit in solcher Weise auf sich zieht, isoliert sie diesen Aspekt und stellt ihn überspitzt dar. Durch die konzeptuelle Herangehensweise nutzt die Künstlerin – dem jeweiligen Projekt entsprechend – unterschiedliche digitale Medien (Video, 3-D-Animation, VR und AR, Video-Mapping), aber auch Print oder Rauminstallationen. Sie erschafft parallele Realitäten, die in sich geschlossene Systeme sind. Viele ihrer Arbeiten greifen gesellschaftliche Themen in einer humoristischen und ironischen Weise auf und stiften Verwirrung.

 

Als Wettbewerbsarbeit hat Veronika Simmering einen Ego-Shooter entworfen, der etwas anders als üblich funktioniert. Statt mit Kugeln schießt der Spieler hier mit roten Emoji-Herzen (= Likes) auf andere Smiley-Emojis. Der Ego-Shooter befindet sich in einer surrealen Plastik-Szenerie, in der permanent Emojis entstehen oder produziert werden. Diese rollen in der Szenerie umher oder werden auf einer Art Fließband transportiert. Insofern erinnert die Szene auch entfernt an eine Art Fabrikproduktion.

 

Mit dem interaktiven Kunstwerk thematisiert die Künstlerin den Überfluss, die Ignoranz und die Absurdität unseres westlichen Lebensstils. Der Spieler befindet sich in einer Situation voller Symbole und Referenzen zur Popkultur, gefangen im Kreislauf aus Produktion, Konsum und der Jagd nach Likes als Anerkennung.

 

Im zweiten Teil des Ego-Shooters bricht die Kulisse auseinander. Einige Objekte werden „transparent“, wodurch der Blick mittels Webcam auf den Betrachter und Spieler frei wird. Er sieht sich selbst im Spiel. Der Begriff „Ego-Shooter“ erhält eine neue Bedeutung, da das eigene Gesicht Teil der Landschaft und zum abzuschießenden Zielobjekt wird. Es scheint, als würden zwei Situationen zusammengefügt: Der Spieler vor dem Bildschirm und sein Bild im Bildschirm vermischen sich in einem seltsamen Gefühl des Beobachtetwerdens. Es scheint paradox, dass die im Spiel gezeigten Handlungen die aktuelle Situation abbilden. Veronika Simmering stellt damit eine wichtige Frage: Wie verändert sich durch diesen Bruch die Wahrnehmung des Betrachters?

Vita

Veronika Simmering

© Laura Möller

1995
geboren in Viersen

 

seit 2016
Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster bei Prof’in Mariana Castillo Deball

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2020
„Happy Go Boom Boom“, Förderverein Aktuelle Kunst // Münster

 

2019
„Yet she will hurry back“, Cité des Électriciens // Bruay-la-Buissière, Frankreich

„Käse der so reif ist, dass es innen zu krabbeln anfängt“, Künstlerverein Malkasten // Düsseldorf

 

2018
„Stille Interviews“, Wewerka Pavillon // Münster

 

2017
„Akademie [Arbeitstitel]“, Kunsthalle Düsseldorf // Düsseldorf

Weitere Werke

4knee_society, 2017 – 2020, Instagram- und TikTok-Account

#veryinstagrammable, 2020, Facefilter auf Ipad und auf Instagram, Fototapete 30 x 30 x 300 cm
Foto: Masako Kato